Als sich 1995 die Stadt Würselen dazu entschloss eine eigene Stadtentwicklungsgesellschaft (SEW) zu gründen, da galt eine solche Entscheidung noch als Novum.

Was damals als ein neuer und richtungsweisender Weg gesehen wurde, hat zwischenzeitlich viele Nachahmer gefunden. Zahlreiche Kommunen in der Region Aachen verfügen heute über ähnliche Tochterunternehmen.

Die SEW kann nunmehr auf eine 25-jährige Firmengeschichte zurückblicken und auf viele positive Beispiele einer erfolgreichen Stadtentwicklung verweisen.

Während anfänglich die Beratung der Stadt Würselen in Fragen der örtlichen und überörtlichen Planung im Vordergrund stand und eine erste Baumaßnahme, nämlich die Errichtung von zwei Doppelhaushälften in der Geschwister-Scholl-Straße, realisiert werden konnte, führte die Auflösung des städtischen Wirtschaftsförderungs- und Liegenschaftsamtes mit einer Überführung dieser Aufgaben in die neue Gesellschaft zwei Jahre später auch zu ersten personellen Verstärkungen.

Heute ist die städtische Tochtergesellschaft auf vielen Ebenen aktiv. So erwirbt, überplant, erschließt, bebaut und vermarktet sie stadtentwicklungsrelevante Flächen, denn die Nachfrage nach geeigneten Grundstücken zur Wohnbebauung und zur gewerblichen Ansiedlung ist in Würselen weiterhin groß.

Mit der Entwicklung und der Vermarktung von Gewerbeflächen im Gewerbegebiet Aachener Kreuz ist einer der bedeutendsten überregionalen Wirtschaftsstandorte in der Aachener Region entstanden. Mit der Planung und Umsetzung des Neubaugebietes Kapellenfeldchen konnte gemeinsam mit der Sparkassen Immobilien GmbH mit rund 85.000 m² ebenfalls das bis dorthin größte Neubaugebiet in der StädteRegion Aachen realisiert werden.

Mit eigenen Neubauprojekten wie beispielsweise an der Klosterstraße oder am Lindenplatz hat die SEW städtebauliche Akzente gesetzt. Mit dem Umbau und der Modernisierung der alten Würselener Feuerwache an der Oppener Straße ist es der städtischen Tochtergesellschaft zudem gelungen, das markante und denkmalgeschützte Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen.

Für die Stadt Würselen war die SEW federführend beim Bau der neuen Feuerwehrgerätehäuser in Bardenberg und Broichweiden tätig. Erst kürzlich hat sie im Stadtgarten das dortige ehemalige Automuseum erworben und zu einer modernen Kindertagesstätte umgebaut.

Darüber hinaus verwaltet sie die städtischen Liegenschaften und ist Ansprechpartnerin für die Wirtschaftsförderung. Seit 2003 ist mit der Freilichtbühne Burg Wilhelmstein ein weiterer Aufgabenschwerpunkt hinzugekommen. Seitdem macht die SEW auch in Kultur und ist Veranstalterin eines weit über die Grenzen der Stadt hinaus beachteten Kulturprogramms.

Ergänzt wird das umfangreiche Aufgabenspektrum der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen durch zahlreiche Beteiligungsunternehmen. Wesentliche Unternehmensbeteiligungen hält sie an der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH, über die derzeit der Ausbau der neuen Start- und Landebahn und die Ausrichtung zum Forschungsflugplatz läuft, sowie an der Aachener Kreuz Merzbrück GmbH & Co. KG, die verantwortlich ist für die Ansiedlung von flugplatzaffinem Gewerbe im angrenzenden Gewerbegebiet Aero-Park 1 Merzbrück. Für letztere Gesellschaft führt die SEW auch im Rahmen einer Geschäftsbesorgung die Geschäfte.

Auch in den nächsten Jahren werden der Stadtentwicklung Würselen die Projekte nicht ausgehen. So soll für die Stadt Würselen das Sportplatzgelände Rhenania zu einem Wohngebiet entwickelt werden. Mit einer eigenen Bebauung der Grundstücke Kesselsgracht und Bardenberger Straße sollen in Kooperation mit der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der StädteRegion Aachen insgesamt mehr als 150 neue Wohnungen im Geschosswohnungsbau entstehen.

Die anstehende Entwicklung des neuen Gewerbegebietes Aero-Park 1 Merzbrück mit einer perspektivischen Erweiterung auf insgesamt rund 80 ha vor dem Hintergrund einer flugplatzaffinen Nutzung in Verbindung mit der Ausrichtung des Verkehrslandeplatzes Merzbrück zum Forschungsflugplatz als NRW weites Leuchtturmprojekt soll ein Meilenstein für den Wirtschaftsstandort der Stadt darstellen. Dabei soll Merzbrück zu einem multimodalen Mobilitätsknoten ausgebaut werden.

So wird die SEW also auch in Zukunft daran mitwirken, Würselen zu entwickeln und zu einer zukunftsorientierten Stadt auszurichten mit einem lebenswerten Umfeld zum Wohnen und Arbeiten.